Im Internet findet man viele Hinweise, wie man einen Nistksten gegen Fressfeinde sichert. Diese beziehen sich aber hauptsächlich auf die Abwehr von Katzen bzw. Marder. Dagegen ist mein Nistkasten mit dem langen Vorbau hinreichend geschützt. Denn selbst wenn eine Katze auf dem Dach sitzt und mit der Pfote in das Loch greift, kann sie das Nest nicht erreichen. Aber was passiert mit den Fressfeinden, welche durch das Loch in den Nistkasten gelangen? In unserer Gegend gibt es noch eine Menge an Gartenschläfern und eben diese haben bei mir gerade eine Meisenfamilie ausgelöscht.
Zwei Videos, wie der Gartenschläfer jeweils in den Nistkasten gelangt. Nur zur Info, diese Aufnahmen entstanden nach dem Drama.
Der Weg über das Dach.
Der Weg seitlich zum Einflugloch. Hier hatte ich kein anderes Video zur Verfügung, aber bei meinen Abwehrmaßnahmen, hatte er es ja geschafft.
Hier erst einmal ein lose Sammlung an Abwehrmaßnahmen:
- Dach groß genug machen, dass er nicht mehr an das Loch kommt
- Gartenschläfer darf nicht mehr auf das Dach gelangen
- Gartenschläfer darf von unten nicht mehr an den Nistkasten kommen
- Nistkasten weit genug entfernt von Absprungstellen platzieren
Nun zu meinen einzelnen Schritte für die Abwehr. Diese wurden immer in der Hoffnung angebracht, dass der Gartenschläfer weiterhin an bzw. in den Nistkasten gelangen will. Denn damit könnte diese Maßnahme gleich getestet werden.
Dach vergrößern
Diese Maßnahme konnte relativ einfach realisiert werden. Wie man sieht, kommt der Gartenschläfer hier nicht mehr weiter. Dies habe ich in weiteren Videos immer wieder beobachtet. Er hat es bis jetzt kein einziges Mal vom großen Dach in den Nistkasten geschafft. Also wird der nächste Nistkasten mit einem großen Dach gebaut.
Zugang zum Dach verhindern
Hier gibt es mehrere Wege, wie der Gartenschläfer auf das Dach gelangen könnte. Mit einem beherzten Sprung von einer erhöhten Position wäre es jetzt ein leichtes auf das vergrößerte Dach zu springen. Deshalb wurden alle nach oben gehenden Balken innen mit Sperrholz verkleidet. Ebenso der waagerechten Balken direkt vor dem Nistkasten. Hier hat er nun keine Möglichkeit mehr zum Sprung anzusetzen. Wobei er es bisher auch noch nicht versuchte, von diesem Balken auf den Nistkasten zu gelangen. Diese Baumaßnahme ist besonders gut in dem folgenden Video zu sehen.
In diesem Video sieht man die wahren Kletterkünste des Gartenschläfer. Sobald er ein wenig Halt mit seinen Krallen findet, läuft er auch eine senkrechte Wand hoch bzw. an dieser entlang.
Das Ganze auch noch einmal aus einer anderen Perspektive
Gartenschläfer darf nicht mehr an Nistkasten kommen
In einem ersten Versuch habe ich links und rechts dickere Kunststofffolie, um den Nistkasten herum, angebracht. Wie man im Video eindeutig sieht, ist der Kunststoff zu glatt, dass er dort ausreichenden Halt bekommen könnte. Aber er hat trotzdem die Schwachstellen gefunden und ausgenutzt. Der Nistkasten muß höher und es darf keine Kante geben, wo er sich mit seinen Krallen einhaken kann.
Hier hat er noch eine weitere Schwachstelle in meinen Abwehrmassnahmen gefunden. Ich gebe zu, meine Anbringung der Folie war ein wenig halbherzig, aber so konnte ich ihn noch viel testen.
Da er vom Dach nicht weiterkommt und er anscheinend nicht mehr den gleichen Weg zurück möchte, wie er gekommen ist, wählt er den Weg, den er schon öfters genutzt hatte, um auf das Dach zu kommen. Nur ist dieser mittlerweile auch mit Folie gesichert. Da hat er nunmal Pech gehabt. Aber zur Beruhigung, ihm ist bei dem Absturz anscheinend nichts passiert.
Derzeitige Ausbaustufe
Wie in einem weiter oben gezeigten Video habe ich die Balken innen mit Sperrholz verkleidet. Hinter dem Nistkasten habe ich eine Doppelstegplatte aus Polycarbonat befestigt. Diese reicht bis fast an den oberen Auflagepunkt der Dachbalken heran. Leider ist diese Platte zu kurz. Diesen Umstand werde ich aber durch geschickte Anbringung von weiteren Platten kompensieren. Ziel ist es, dass komplett von Oben bis zu dem unteren Querbalken kein Mauerwerk und kein Balken unbedeckt bleibt. Von dem Polycarbonat erhoffe ich mir, dass der Gartenschläfer an diesem keinen Halt findet, damit er es nicht als Kletterhilfe nutzen kann. Der Nistkasten muss hoch genung angebracht sein, dass er diesen von unten nicht mehr erreichen kann. Auch seitlich muss der Abstand vom Nistkasten bis zum Mauerwerk/Balken groß genug sein, dass der Gartenschläfer nicht von dort zum Nistkasten gelangen kann. Heute nacht hat er sich das erste Mal wieder gezeigt, nachdem ich diese Platte angebracht hatte. Wie in dem Video zu sehen, hat er sich nur kurz dafür interessiert. Ich hoffe aber, dass ich hier noch weitere Versuche von ihm zu sehen bekomme, welche etwas aussagekräftiger sind.
Veränderungen am Nistkasten
Auch der Nistkasten wird entsprechend modifiziert. Da ich eh einen größeren bauen wollte, werde ich hier ein paar Verbesserungen einfliessen lassen. An dem neuen Nistkasten werden die unteren zwei waagerechten Leisten nicht mehr angebracht sein. Die obere Leiste am Einflugloch wird nur noch so breit sein, wie das Loch groß ist. Der untere Teil des Nistkasten wird mit Halteklammern am restlichen Kasten befestigt. Damit verspreche ich mir eine bessere Zugänglichkeit zum Nest, sofern hier dringender Handlungsbedarf besteht, wie z.B. bei dem Entfernen von gestorbenen Küken, sofern es die Vogeleltern nicht schaffen. Weiterhin werde ich die senkrechten Aussenflächen nicht sägerauh belassen, sondern glatt schleifen. Damit hat der Gartenschläfer hoffentlich keine weitere Möglichkeit, an diesen Halt zu finden.
Weitere Gedanken zur Abwehr, welche ich bei mir nicht umsetzen möchte:
Die einfachste Abwehr ist, wenn man den Nistkasten aufhängt und dann mit einem großen Dach versieht, dass er darüber nicht mehr an das Loch gelangen kann.
Weiterhin könnte man den Nistkasten mit Hilfe eines Pfosten aufstellen und unterhalb des Nistkasten eine große, runden Kunststoffplatte montieren, auf die der Gartenschläfer nicht mehr klettern kann. Und zur Sicherheit auch hier noch das Dach entsprechend vergrößern.
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